Franz M. Jansen / Richard Dehmel

Zwei=Menschen=Bilder

Holzschnitte

 

Zusammengestellt und mit einem Nachwort

versehen von Wolfgang Delseit
128 Seiten, gebunden, 10,00 Euro
 
Bücher der Nyland-Stiftung im Rhema-Verlag, Münster
ISBN: 3-930454-09-2
 

Die vorliegende Publikation entstand aus dem Wunsch, eine 1995 im Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf, gezeigte Ausstellung Zwei=Menschen=Bilder nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die in Zusammenarbeit mit der Nyland-Stiftung und dem Nachlaß Jansen, Gummersbach, erarbeitete Ausstellung zeigte erstmals 51 Holzschnitte, die Jansen für eine geplante Sonderausgabe der Dehmelschen Dichtung anfertigte. Dabei stützten sich Reihenfolge der Graphiken und Zuweisung der entsprechenden Textstellen auf die Interpretation des Bearbeiters, da weder die Originaltextvorlage überliefert ist, noch die im Dehmel-Archiv gesammelten Briefe Auskunft über die Zuweisung der Graphiken zum Text geben. Daher war der Bearbeiter gezwungen, ausgehend vom Text eine Reihenfolge festzulegen und deren Bezüge zu den jeweiligen Versen vorzunehmen.
Mit Jansens Arbeitsweise vertraut, konnte eine Bildfolge zusammengestellt werden, die aus vorgenannten Gründen nicht der Reihenfolge der im Werkverzeichnis angegebenen Bilder entspricht, die der Mappenausgabe folgt. Pfeiler des Reihenfolgengerüstes bildeten die Textschnitte, deren Stellung durch die literarische Vorlage vorgegeben ist. Die Zuweisung geschah dann nach einzelnen Versen, Strophen oder Vorgängen, um so ein relativ geschlossenes Bild zu erzeugen.
Die Interpretation eröffnet dem Betrachter der Graphiken ebenso wie dem Leser der Gedichte eine neue Blickrichtung, indem die Graphiken die dramatische Liebesgeschichte mit Ehebrüchen, Kindsmord, Flucht und Suche nach dem "Weltglück" - ein Begriff, der für Dehmel sowohl eine private als auch eine gesellschaftliche Utopie verhieß - ins Symbolische verweisen: Jansen formte in seinen Holzschnitten Ängste, Ekstasen, Visionen, Trauer und Freude der Protagonisten zu eigenständigen Bildaussagen, die den Textaussagen in nichts nachstehen. Sie schaffen eine sakral anmutende Lebenswirklichkeit, unabhängig von den Texten, auf die sie Bezug nehmen.

Jansens Umsetzung der Dehmelschen Lyrik atmet den expressiven Geist seiner Zeit und deutet zudem seinen weiteren persönlichen Lebensgang als Graphiker an. Sie sind keine bloßen Illustrationen im herkömmlichen Sinne, sondern bilden ein eigenständiges Kunstwerk im Rahmen eines von zwei Künstlern geschaffenen Gesamtkunstwerkes.