August Stramm Lesebuch

Cover Zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen von Wolfgang Delseit

146 Seiten - Paperback - 6.50 Euro

ISBN 978-3-936235-16-6

Nylands kleine westfälische Bibliothek. Band 15

 

August Stramms literarische Bedeutung liegt nicht zuletzt in seiner zum Teil schulbildenden Wirkung auf nachfolgende Künstler. In Berlin war er, der Freund Otto Kokoschkas, eine Berühmtheit: Alfred Döblin, Franz Marc und Herwarth Walden schrieben hymnische Nachrufe; Einflüsse auf das Werk von Kurt Schwitters sind ebenso nachweisbar wie auf Arno Schmidts Wortbildungsprozesse oder Günter Grass’ Lyrik. Auch die sog. »Konkrete Poesie« eines Ernst Jandl oder Peter Rühmkorf ist ohne die »Wortkunst« August Stramms nur schwer vorstellbar. An der Nahtstelle zwischen Tradition und Moderne stehend führte Stramm die Literatur der Moderne an eine neue Sprachgrenze, die er auch als einer der Ersten überschritt.

»Einmal neigte ich den Kopf, das Haupt, vor August Stramm: dem großen Dichter!«, so Arno Schmidt in seinem Schwarzen Spiegel. Es ist an der Zeit, das Werk dieses Schriftstellers aus Westfalen wieder zu entdecken.

»Stramm hatte etwas Fermentatives; er regte nicht nur Menschen an; er versetzte, wenn sich so sagen läßt, den Sprachbrei in Gärung. Er brachte im wörtlichen Sinne alles in Fluß, was er sagte, es verschwand die logische Isolierung von Substantiv Verb Adjektiv, er graduiert jedes nach Bewegungsimpulsen.«

Alfred Döblin

 

»[...] die Sprache war ihm nicht Form oder Gefäß, in dem Gedanken kredenzt werden wie z. B. für Rilke oder Stephan George, sondern Material, aus dem er Feuer schlug.«

Franz Marc

er august stramm

sehr verkürzt hat

das deutsche gedicht

ihn august stramm

verkürzt hat

erste weltkrieg

wir haben da

etwas länger gehabt

geschwätzig zu sein

Ernst Jandl