Josef Winckler (1881-1966)

I. Lebenslauf

1881
7.Juli: Geburt von Alfred Josef Werner Winckler in Bentlage bei Rheine/Westfalen
1894
Umzug ins Rheinland
1902-05
Studium der Zahnmedizin in Bonn
1904
Mitglied in der Akademischen Vereinigung für Kunst und Literatur; Freundschaft mit Wilhelm Vershofen (1878-1960) und Jakob Kneip (1881-1958)
1907-25
Zahnarztpraxen in Moers und Homberg am Niederrhein
1912
Ostern: Gründung der literarischen Gruppe Werkleute auf Haus Nyland
1912-14
Mitherausgabe der Zeitschrift Quadriga
1912/20
Freundschaft mit Richard Dehmel (1863-1920)
1915-36
Freundschaft mit Heinrich Lersch (1889-1936)
1918-21
Mitherausgabe der Zeitschrift Nyland in Nachfolge der Quadriga
1918
Preisträger bei einem Wettbewerb der Frankfurter Zeitung
1919
Heirat mit Adele Gidion (geb.1895) aus Köln
1920
Mitglied der katholischen Künstlergruppe Der weiße Reiter , Köln
Vortragsreise in Thüringen und Franken mit den Werkleuten
1921
Aufnahme als Akademischer Bürger der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
1922
Bekanntschaft mit Adolf von Hatzfeld (1892-1957)
Gründungsmitglied der Rheinischen Gesellschaft für Literatur , Köln
1923
Promotion an der Universität zu Köln
1924/25
Auflösung des Bundes der Werkleute auf Haus Nyland
1925
Mitherausgabe von Der schwarze Greif. Almanach auf das Jahr 1925
Mitherausgabe von Das Rheinbuch
Freundschaft mit Josef Ponten (1883-1940)
1927
Zugehörigkeit zum Bund rheinischer Dichter
1930-32
Mitglied im Bund rheinischer Dichter e.V.
1932
erste Bomberg-Verfilmung
1933
Mitglied bei der Bibliophilen-Gesellschaft in Köln
Mitglied im Reichsverband Deutscher Schriftsteller e.V.
1934
Mitglied der Woensam-Presse , Köln
1935-37
Mitglied in der Reichsschrifttumskammer
Angriffe wegen seiner jüdischen Frau
1939
Kirchliche Trauung der Eheleute Winckler
1943
Emigration Adele Wincklers in die Schweiz
1945
Kriegsende in der Pension Schmid, Isnyberg bei Isny
Rückkehr Adele Wincklers
1947
Mitbegründer und Vorsitzender der Karl-Röttger-Gesellschaft, Düsseldorf
1948
Mitherausgabe von Athenäum - Jahrbuch rheinischer Dichtung
1949
Umzug nach Bergisch-Gladbach
Gründungsmitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Frankfurt
1950
Aufnahme in die westdeutsche Sektion des P.E.N.
1951
Mitglied des Westdeutschen Autorenverbandes e.V.
Tod Adele Wincklers
1952
Neugründung der Vereinigung deutscher, niederländischer und belgischer Dichter und Schriftsteller e.V.- Die Kogge
Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Bentlage/Rheine
Ehrenmitglied des Westdeutschen Autorenverbandes e.V.
1953
Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (Westfälischer Literaturpreis)
1954
erste Präambel zur Gründung einer literarischen Winckler-Stiftung
Ehrenpräsident der Kogge
1955
Mitglied im Vorstand der Gemeinschaft der Künstler und Kunstfreunde e.V. , Köln
Mitglied des Preisgerichts für die Verleihung des Heinrich Droste-Literaturpreises, Düsseldorf
1956
Großes Bundesverdienstkreuz 1.Klasse
Ehrenmitgliedschaft der Bibliophilen-Gesellschaft Köln
1957
zweite Bomberg-Verfilmung
1961
Goldene Medaille der Stadt Rheine
Josef-Winckler-Spende des Landes Nordrhein-Westfalen
Auslobung eines jährlichen Josef-Winckler-Preises der Stadt Rheine
Verleihung des Silbernen Koggetellers
1966
29.Januar: Tod Wincklers in Bergisch-Gladbach

II.a. (Werk-Auswahl)

-[mit Jakob Kneip und Wilhelm Vershofen] Wir drei! Ein Gedichtbuch. Bonn 1904.
-Eiserne Sonette. Leipzig [1914].
-Mitten im Weltkrieg. Leipzig 1915.
-[mit Jakob Kneip und Wilhelm Vershofen] Das brennende Volk. Kriegsgabe der Werkleute auf Haus Nyland. Jena 1916.
-Ozean. Des deutschen Volkes Meeresgesang. Jena 1917.
-Irrgarten Gottes oder die Komödie des Chaos. Jena 1922.
-Der tolle Bomberg. Ein westfälischer Schelmenroman. Stuttgart 1923.
-Der chiliastische Pilgerzug. Die Sendung eines Menschheitsapostels. Stuttgart 1923.
-Der Ruf des Rheins. Köln 1923.
-Trilogie der Zeit. Rudolstadt 1924.
-Pumpernickel. Menschen und Geschichten um Haus Nyland. Stuttgart 1925.
-Im Teufelssessel. Erzählung. Stuttgart 1928.
-Des verwegenen Chirurgus weltberühmbt Johannes Andreas Doctor Eisenbart... Stuttgart 1928.
-Der Großschieber. Roman mit Kommentaren. Berlin 1933.
-Ein König in Westfalen. Roman einer Staatsgroteske in Deutschland. Stuttgart 1933.
-Der alte Fritz. Ein niederdeutscher Volksmythus. Stuttgart 1934.
-Die Weinheiligen. Eine fröhliche Legende. Köln 1934.
-Adelaide. Beethovens Abschied vom Rhein. Stuttgart 1936
-Die goldene Kiepe. Berlin 1939.
-Das Mutterbuch. Stuttgart 1939.
-Im Schoß der Welt. Stuttgart 1940.
-Das bunte Brevier. Ein ernst-fröhliches Buch von den letzten Dingen. Wuppertal 1947.
-Fest der Feste. Weihnachtsfeiern auf Haus Nyland. Stuttgart 1948.
-Der Westfalenspiegel. Dortmund 1952
-So lacht Westfalen. Auch eine Philosophie. Honnef am Rhein 1955.
-Das Lügenjöbken. Anekdoten um Josef Winckler, den Autor erfolgreichster deutscher Schelmenbücher, teilweise von ihm selbst erzählt. Hrsg. v. Ruth Walther im Auftrag der Nyland-Stiftung. Mit Zeichnungen von Jörg Vontra. Rudolstadt 1956.
-Warum schwieg ich zehn Jahre? Rede zu meinem 80. Geburtstag in der Bibliophilen Gesell schaft Köln. Köln 1961.
-Die Heiligen Hunde Chinas. Erzählungen. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen v. Hanns Martin Elster i. A. der Nyland-Stiftung. Stuttgart 1968.
-Die Operation. Aus den Papieren eines Ungenannten. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen v. Hanns Martin Elster i. A. der Nyland-Stiftung. Emsdetten 1974.

II.b. Über Josef Winckler

Wolfgang Delseit und Franz Rudolf Menne: Felix Timmermans und Josef Winckler - Zwei Weinheilige. In: Jahrbuch der Felix Timmermans-Gesellschaft 2/1991, Kleve 1991, S. 58- 63.
Dies. (Hg.): Josef Winckler (1881-1966). Leben und Werk. Arbeitsbuch zur Ausstellung. Herausgegeben im Auftrag der Nyland-Stiftung. Köln 1991.
Wolfgang Delseit [unter Mitarbeit von Walter Gödden und Franz Rudolf Menne]: Josef Winckler und der Droste-Preis 1953. Publikation anläßlich einer Sonderausstellung auf dem Westfalentag in Siegen 1991. Köln 1991.
Ders.: Der tolle Romberg - Sturz eines Mythos? In: Jahrbuch Westfalen '93, Münster 1992, S. 7-22.
Ders.: Josef Winckler (1881-1956). In: Rheinische Lebensbilder. Band XIII. Köln 1993, S. 297- 312.
Ders. (Bearb.): Josef Winckler. Briefwechsel 1912-1966. Eine Auswahl. Köln 1994 (Werkausgabe Band 6)
Franz Alfons Hoyer: Die Werkleute auf Haus Nyland. Diss. Freiburg i.Br. 1939.
Hans Siegl: Josef Winckler ein rheinisch-westfälischer Dichter. (Beiträge zu Leben und Werk). Diss. Wien 1941.

III. Wertung

In Westfalen geboren, verbrachte Winckler die meiste Zeit seines Lebens im Rheinland (seit 1894). Dennoch ist sein Werk vor allem auf seine westfälischen Ursprünge hin konzentriert geblieben, was sicherlich in den Erfolgen seiner Westfalenbücher Der tolle Bomberg und Pumpernickel. Menschen und Geschichten um Haus Nyland begründet ist. Wincklers literarhistorische Bedeutung liegt allerdings in der Mitbegründung und Führung der Werkleute auf Haus Nyland (1912) und der Abfassung der ersten geschlossenen, deutschsprachigen Industriedichtung, die 1912/13 in der Zeitschrift der Werkleute Quadriga, unter dem Titel Eiserne Sonette erschien. Winckler behandelt darin die Industrie- und Arbeitswelt wie ein traditionelles Sujet des klassisch-romantischen Gedichtes. Er vergeistigte und beseelte die Sphäre der industriellen Produktion. Daß die realen Gegebenheiten des industriellen Arbeitsprozesses dabei ausgeklammert werden mußten, um die angestrebte Ästhetisierung mit den Mitteln der Kunst zu erreichen, zeigt sich sowohl in den Werken Wincklers als auch Heinrich Lerschs, Paul Zechs (1881-1946) oder Otto Wohlgemuths (1884-1965). Der von Winckler und den Werkleuten versuchte Paradigmenwechsel, der die bis dahin gängigen Themen der Dichtung auf reale Geschehen - wenn auch überhöht und somit auf Allgemeingültigkeit hinzielend und bis dahin als unlyrisch gewertet - lenken wollte, setzte sich zwar nicht durch, ebnete aber den späteren Arbeiterschriftstellern den Weg in ein bürgerliches Rezeptionspublikum.

Wie die meisten Schriftsteller seiner Generation begeisterte sich Winckler für die reinigende Kraft des beginnenden I. Weltkrieges und begleitete die Kriegsjahre durch affirmative Kriegslyrik. Körperlich eher kleingewachsen und gesundheitlich eingeschränkt, kompensierte er die Nichtkriegsteilnahme durch nationalbetonte Gedichte, nicht frei von Chauvinismus.

Nach dem Ende des Krieges und der Auflösung des alten Wertesystems zog sich Winckler zunächst aus der literarischen Produktion zurück, um sich auf seinen bürgerlichen Beruf als Zahnarzt zu konzentrieren. Der Rückzug in den ungeliebten Beruf scheiterte aber schon nach einem Jahr. Obwohl Winckler seine Zahnarztpraxen in Homberg und Moers nominell bis 1925 aufrecht erhielt, ließ er sich zu Anfang der zwanziger Jahre immer häufiger vertreten. Er hatte sich nun für den Beruf des Schriftstellers entschieden und arbeitete systematisch am Aufbau seiner literarischen Karriere. Seinen Durchbruch erzielte er 1923 mit Der tolle Bomberg - Ein westfälischer Schelmenroman. Während Winckler sich bis dahin fast ausschließlich mit Themen der Industriewelt beschäftigt hatte, griff er nun heimat- bzw. regionalverbundene Themen ohne völkischen Impetus (Renate von Heydebrand) auf. Der Erfolgsroman schuf die materielle Grundlage für sein weiteres Wirken als freier Schriftsteller und ermöglichte ihm finanzielle Unabhängigkeit. Winckler war einer der wohlhabensten rheinischen Schriftsteller seiner Generation. Sein politisches Engagement während dieser Jahre blieb bis auf wenige Ausnahmen auf den literarischen Bereich beschränkt.

Die Jahre zwischen 1933 und 1945 überstand er durch Anpassung an die vorgegebene Kulturnorm. Als national- und anti-republikanisch denkender Schriftsteller begrüßte er die apostrophierte nationale Regierung und erhoffte sich eine Aufwertung seines volkstümlichen Werkes. Es fehlen allerdings die allgemein üblichen politischen Bekenntnisse für das System. Winckler ließ sich nicht zu Elogen an den Führer oder die Unterzeichnung von Deutschen Bekenntnissen hinreißen, und er führte auch - anders als etwa Lersch, Maria Kahle (1891-1975) oder Josefa Berens-Totenohl (1891-1969) - keine offiziellen Reden für das unmenschliche System, auch sind Ausgrenzungen und Behinderungen von staatlichen Behörden nachgewiesen. Einzig seine zum Teil übertriebene Anpassungsbereitschaft, die Mitarbeit an der Kulturfassade des Dritten Reich (Thomas Mann) und die Widmung des Großschiebers : Nach vierzehn Jahren der Verwilderung in der Stunde des Aufbruchs sowie das im April 1933 geänderte Schlußkapitel des Buches, in dem er der veränderten politischen Lage Rechnung trug, können Winckler zum Vorwurf gemacht werden. Da er aber im Sinne der nationalsozialistischen Rassegesetzgebung mit einer Jüdin verheiratet war, mußte er durch sein Werk und in seinen Briefen Wohlverhalten dokumentieren, um seine Frau vor der rassischen Verfolgung zu schüt zen, bis sie noch 1943 mit Sondergenehmigung in die Schweiz ausreisen durfte. Sein Gesamtverhalten jener Jahre würdigend, zählte er im Dritten Reich zu jenen Unpolitisch- Halbangepaßten, die ihre Anpassung - nach dem Krieg - zum spannungsreichen Durchwurstelabenteuer verklärt haben (Walter Filz).

In der frühen Bundesrepublik gehörte er dank seiner Ausgrenzung durch die NS-Kulturpolitik bald wieder zu den aktiven Schriftstellern. Trotz seiner angepaßten Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus, galt er in den fünfziger Jahren als integer: Für viele war Winckler so etwas wie ein - freilich gescheiterter - Vermittler zwischen zwei Dichtergenerationen: jener, die im Dritten Reich in der ersten Reihe Platz genommen [...], danach aber vergeblich neuen Anschluß gesucht hatte, und jener, die nach dem Krieg einen neuen Anfangspunkt machte (Walter Gödden). Da er aber wie die meisten Schriftsteller seiner Generation die Themen und Motivkreise der Kaiserzeit und Weimarer Republik konservierte und keine neuen Themen mehr aufgriff, verlor er im Laufe der Zeit den Großteil seiner Leserschaft, so daß er heute nur noch kaum bekannt ist.

IV. Leseproben

1
In Bundschuhn und das Kleid wie eine Haut
Geklebt an Leib, im Nacken einen Sack,
Und hoch im Korb gehäuft den Kohlenpack,
Gehn auf und ab die Träger, ohne Laut.
Nur manchmal wischt ein Arm steif, schwer
Die rissige Stirn. Und wieder beugt der Druck
Die Last sie tief; in immer gleichem Ruck
Dumpf, langsam stampfend gehn sie hin und her.
Im fernen Hafen hängt die Sonne, und
Ganz hinten rollt ein Dampf mit kühnem Schwung;
Dunsthaufen stehn die Häuser feucht im Grund.
Ein Wagen eilt am Kai in schnellem Trab,
Die Domuhr schlägt ... In tiefer Dämmerung
Gehn immer noch die Träger auf und ab.

(Zit. n. Josef Winckler: Eiserne Sonette. Leipzig [1914], S. 12)

2. Die Mechanisierung
[...]
Was waren die berüchtigten Mietskasernen in den Slums Londons, die Kaschemmen der Pariser Apachenviertel, die übervölkerten, bienenstockwimmelnden Konventilios von Buenos Aires gegen die zementenen aufgewölbten Kolonietürme, darin die großen Arbeitsmassen, brausend in asylhaften Schichten übereinander zwischen heiß trocknenden Winden, die ihren Schweiß austrieben und draußen wie Salzwasser der Gradierwerke niederrieseln ließen, zwischen wärmender Regulation gelagert und aufgestapelt wurden. Ein dunstig blähender Geruch ging von ihnen aus, muffiger als jener graue Ruch armer Leute in durchwalkten Kleidern, erstickender als bittere Laugen, daß die Bäume in ihrer Gegend wie im Bereich von Säurefabriken nur kaum noch Kraft zu Blütenansatz, aber nicht zur Frucht mehr kannten und die Blumen in den Gärten und vor Fenstern verkümmerten. Fremde Vögel segelten, witternd Fäule, aus hohen Lüften, nie gesehen in diesen Landstrichen, die sie hinter Wolken wohl sonst überwanderten, kreisten mit scherenkrummen Flügeln ausgezackt, schrien auf den Simsen, mit drehenden Hälsen nach den Gattern schielend, wie hinten in Indien sie auf den Leichentürmen, den Türmen des Schweigens, gräßlich herumhockten. Traurig kahl, fleckig in rostigen Streifen ragten wie tolle Termitenkegel mit zahllosen kleinen Luken diese gestaffelten Behausungen überall neben Fabrikanlagen, Werften und Hochöfen im Lande empor, denn die Stadtbewohner weigerten sich, jene in ihrer Nähe zu dulden oder mit ihnen vermischt zu wohnen. Denn sie wurden jetzt der Schwerindustrie unbegrenzt als Einheitstyp a zu 2,30 Meter und als Einheitstyp b zu 2,80 Größe in Serienfabrikation als Originalpackung hergestellt. Auch wurden die Züge der Neuankommenden nur noch des Nachts ausgeladen, daß die finster tappenden, hordenhaft Gleichförmigen, die wie im grauen Sträflingsdrillich Mann an Mann gelenkt einhermarschierten mit Henkelmann und Bundschuh, die schlendernden Arme sämtlich in derselben pendelnden Bewegung, nicht allzu offensichtlich, die Herzen und Gemüter beunruhigten und immer wieder ruchbar würde, welch eine unwahrscheinlich mächtige Masse im Innern der Werke vom grausenden Tempo wahnwitzig gesteigerter Arbeitswut immer aufs neue verdaut und gefressen würde. Darum schlängelten sie sich paarweise in tiefster Dunkelheit durch die vielen Portale und empfingen ihre Markennummern um den Hals, stolperten wie arglose Tiere in die finstre Arche, Nacht für Nacht, daraus sie nur in hilflos hangenden Klumpen mit offen geklappten Kiefern, Nacht für Nacht andre, zurücktransportiert wurden. Mehr Arbeit! hieß die Devise.

Die im Vertrag von Versailles Deutschland aufgezwungenen Sachlieferungen wurden bereits nach halbjähriger Organisation dieser Automatenmassen bis auf den Rest abgetragen, aber darüber hinaus schwoll und schwoll der babylonische Stapel, der das Gold des Erdkreises wie ein Vakuum einsog. Mehr Arbeit! scholl die Devise.[...]

(Zit. n. Die Mechanisierung. In: Josef Winckler; Trilogie der Zeit, Rudolstadt 1923, S. 135-137)


Wolfgang Delseit: Josef Winckler (1881-1966). In: Bernd Kortländer (Hg.): Literatur von nebenan 1900-1945. 60 Porträts von Autoren aus dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen. Bielefeld 1995, S. 397-404

 


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