Ellen Alpsten

 

Die Lilien von Frankreich

Roman

 

 

Frankfurt/Main: Eichborn 2005

 

355 S. -  Geb

 

ISBN 3-8218-0955-8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19,90 Euro

 
Starke Frauen braucht der Krieg
 
Frankreich in der Mitte des 15. Jahrhunderts: Der 100-jährige Krieg mit England um die Vorherrschaft in Europa liegt in den letzten Kämpfen. Das Land ist ausgeblutet und im Herrschaftszentrum gibt es ein Machtvakuum. Jetzt schlägt die Stunde einer Verschwörung der Frauen.

König Karl VI. vegetiert in geistiger Umnachtung, seine Frau, die schöne Isabeau von Bayern, versucht, Bündnisse gegen die belagernden Engländer zu knüpfen. Ihr gegenüber steht die ehrgeizige Yolanda von Anjou, die mit ihren Intrigen ihrem Haus zum französischen Thron verhelfen will. Den Kämpfen und Intrigen dieses Machtkampfes fallen Männer – Söhne, Ehemänner, Ritter wie Liebhaber – zum Opfer. In der Gestalt der jungfräulichen Jeanne d'Arc, die in Männerkleidern die entscheidende Schlacht um das belagerte Orléans führt und damit die Krönung Karls VII. ermöglicht, erfüllt sich das Schicksal der handelnden Personen, auch wenn jene wenig später auf dem Scheiterhaufen endet.

Ellen Alpsten zeichnet in Isabeau, Yolanda und Johanna von Orléans starke Frauenfiguren zwischen politischen Ambitionen und Emotionalität, auch wenn sie es mit der Geschichtstreue nicht ganz so genau nimmt. Den Konflikt zwischen dem Streben nach Macht und der Suche nach dem persönlichen Glück vermag allerdings keine der Frauen für sich zu entscheiden.
 

 

Style, Heft 4 / 2005, S. 104.