David Bailey:

 

 

Bailey’s Democracy

Mit einem Essay v. Desmond Morris

 

 

Göttingen: Steidl Verlag 2005

 

160 S. - Geb.

 

ISBN: 3-86521-173-9

 

 

 

 

 

 

 

 

44,00 Euro

 
Fotografische Demokratie
 

Über fünf Jahre widmete sich der britische Modefotograf David Bailey seinen Besuchern in besonderer Weise: Er fragte sie, ob sie sich nackt fotografieren lassen wollten.

Die nackte, ungeschminkte Wahrheit wollte er zeigen und so bat er alle, die wollten, ihre Kleidung abzulegen und sich auf eine Markierung auf dem Boden seines Ateliers zu stellen: keine Kleidung, kein Make-up, nur eine einzige Lichtquelle über der Kamera, ein weißer Hintergrund in vier Metern Entfernung, identische Bildausschnitte. Kein Bild wurde nachträglich bearbeitet, nichts retuschiert oder kaschiert – ein Spiel ohne Tricks und doppelten Boden: ein Ausschnitt menschlicher Beschaffenheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Variationsmöglichkeiten gab es nur für die Protagonisten – Junge wie Alte –, denen keinerlei Beschränkungen hinsichtlich Posen oder Ausdruck auferlegt worden waren.

Herausgekommen ist eine faszinierende Sammlung von ganz und gar nicht alltäglichen Bildern jenseits ästhetisierter (N)A(c)ktfotografie. Nicht Eros oder Erotik stehen hier im Vordergrund, nicht die Tendenz, zu zeigen, wie wir uns den menschlichen Körper mittels Weichzeichnung und konkreter Ausleuchtung am liebsten vorstellen, sondern die Realität und Individualität des Körpers jenes »nackten Affen« (Desmond Morris), den man Mensch nennt.

 

Style, Heft 1 / 2006, S. 96