Biografie

 

 

Richard Schickel / George Perry

 

Bogart

 

 

München: Collection Rolf Heyne 2006 (November)

 

192 S., Geb. mit Schutzumschlag

 

ISBN 10: 3-89910-339-4

ISBN 13: 978-3-89910-339-7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

35,00 Euro

 
"Ich seh dir in die Augen, Kleines"

 

Sein Stern blinkte hell und kurz. Es gibt keinen amerikanischen Schauspieler, der zu mehr Jahren Gefängnis verurteilt worden ist, der für seine Taten häufiger und regelmäßiger auf dem Elektrischen Stuhl landete als der Mann, der mit bürgerlichem Namen Humphrey DeForest Bogart hieß und vor 50 Jahren an Speiseröhrenkrebs starb: "Auf den ersten Blick mag mich niemand. Wahrscheinlich muss ich deswegen immer harte Burschen spielen."

 

Er benötigte 20 Filme (sog. B-Movies) sowie zahlreiche Bühnenstücke und fast ebenso viele Jahre bevor Hollywood ihn als Charakterdarsteller entdeckte und er zum "größten männlichen amerikanischen Filmstar aller Zeiten" avancierte, dessen Ruhm untrennbar mit den Filmfiguren Sam Spade (The Maltese Falcon, 1941), Rick Blaine (Casablanca, 1942) und Philipp Marlowe (The Big Sleep, 1946) verbunden ist. Es stellte den rauhen Burschen (den "tough guy") dar, unter dessen harter Schale sich ein Romantiker verbarg, aber auch den harten Detektiv, dessen Handeln sich nur unwesentlich von dem seiner verbrecherischen Gegenüber unterschied; Rollen gespielt mit einer paranoiden Wut, die häßlich und bedrohlich wirkte. "Bogies" Ruhm ist ungebrochen: Die Ikone Bogart mit Trenchcoat, Fedora-Hut und unvermeindlicher Zigarette lebt.

Es ist die erste autorisierte Biografie, die Schickel und Perry in Zusammenarbeit mit Bogarts Sohn Stephen (der auch das Vorwort schrieb) und Witwe Lauren Bacall vorlegen. Die großformatigen Bilder von Bogart, seinen Co-Stars und seinen Filmen – immer wieder im Focus der Kamera seine vierte und 25 Jahre jüngere Ehefrau Lauren Bacall –, aber auch aus dem Fotoalbum der Bogarts vermitteln einen privaten, fast intimen Einblick in das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen, der täglich über 50 Zigaretten rauchte und auch dem Alkohol nicht abgeneigt war (der von Lauren Bacall geprägte Begriff vom "Rat Pack" war auf Bogart und seine Freunde gemünzt). Bogart hat immer geglaubt, etwas Besseres zu werden als gerade Schauspieler. Dennoch war er ein disziplinierter Arbeiter, der in über 80 Filmen mitwirkte (ohne jemals eine Schauspielausbildung absolviert zu haben), nie zu einem Drehtag zu spät kam und immer seinen Text kannte. Bogart starb am 14. Januar 1957 im Alter von 58 Jahren. John Huston, der mit Bogart die wichtigsten Filme gedreht hatte, sagte beim Begräbnis: "Er ist ziemlich unersetzlich. Es wird nie jemanden anderen wie ihn geben."

 

Für Style, Heft 1 / 2007