Kunstgeschichte  

Maria Lafont

 

Soviet Posters

The Sergo Grigorian Collection

[Engl.]

 

 

 

München: Prestel Verlag 2007

288 S. (250 farb. Abb.), Flexo-Cover

 

 

 

ISBN: 978-3-7913-3752-4

 

 

 

 

 

 

19,95 Euro

 
Vom Propagandamittel zum Kunstobjekt

 

Wer kannte sie nicht: In der Zeit des Kalten Kriegs waren sie in der sozialistischen und kommunistischen Welt allgegenwärtig – Propagandaplakate. Sie beschrieben in klaren Botschaften eine neue, bessere Zukunft und waren doch Ausdruck der politischen Beeinflussung.

 

Auch heute gibt es diese Propagandaplakate noch, vor allem in China, Nordkorea und auf Kuba prägen sie das Straßenbild. Über 250 Plakate aus der Zeit der Russischen Revolution bis zur Auflösung der Sowjetunion, die der Sammlung Sergo Grigorian entstammen, versammelt dieser Band, darunter Arbeiten von Malevitch, Rodschenko und El Lissitzki. Ganz im Stile des staatlich verordneten Sozialistischen Realismus zeigen sie ein Weltbild jenseits der vorgefundenen Realität. Während der beiden Weltkriege vor allem Mittel, den Feind zu dämonisieren, entwickelten sie sich während der Friedenszeiten zum – nicht immer wirksamen – Propagandainstrument zur Festigung der inneren Einheit. Im Vordergrund stehen mal die jeweiligen Politiker (Lenin, Stalin), mal der Vierjahresplan – und immer wieder die Errungenschaften der Sowjetunion und des Sowjetmenschen in Technik oder Sport. Sie appellieren in erster Linie an die Emotionalität und halten einer rationalen Analyse kaum stand

Entwicklungslinien wie historische Veränderungen lassen sich durch die chronologische Anordnung der Bilder gut nachverfolgen. Erstaunt stellt man fest, dass sich trotz mannigfaltiger Veränderungen in den Sehwahrnehmungen wenig am Stil der Plakate im Laufe der Jahrzehnte geändert hat.

 

 

Menstyle, Heft 1 / 2007, S. 103