Jürgen Döring(Hg.)

Parfum

Ästhetik und Verführung

 

 

München: Prestel Verlag 2005

 

160 S. - geb.

 

ISBN 3-7913-3301-1

 

 

 

 

39,95 Euro

 
O süßer Duft, o neuer Klang!
 
Duft kann anregen und aufregen, ist Aufforderung und Provokation zugleich, verbunden mit den Namen großer Modedesigner wie Dior, Chanel, Saint Laurent, Klein, Kenzo oder Miyake:
Über 100 neue Düfte drängen durchschnittlich jedes Jahr auf den europäischen Markt; die meisten überleben dort nicht einmal das erste Jahr! Die Parfümindustrie ist ein gigantischer Markt: Allein die deutschen Parfümerien setzten im Jahr 2003 rund 2,5 Milliarden Euro um; 91 Prozent aller Frauen benutzen einen Duft und auch die Männer sind als Zielgruppe längst ausgemacht.
Parfum lebt von Illusionen und Sehnsüchten, die von den Herstellern durch entsprechende Werbemaßnahmen gefördert werden. Im Zeichen eines Images – oft eng mit einem Modelabel verbunden – gestalten Parfümeure einen Duft, entwerfen Designer ansprechende, auch originelle „Hüllen für den Duft“ und entwickeln Werbestrategen Anzeigenideen, um die Ware Parfum auf den Markt zu bringen.
Döring, langjähriger Leiter der graphischen Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg und Kurator der Ausstellung Parfum. Ästhetik und Verführung, stellt den von ihm herausgegeben großformatigen Band unter vier Schwerpunkte: Neben einer kleinen „Kulturgeschichte“ des Riechens und des Duftes bilden die „Flakongestaltung“ und die „Parfumwerbung“ die zentralen Kapitel. Im Schlussteil widmet er sich dem „Menschenbild“, das die Werbung vermittelt und das im Laufe der recht jungen Geschichte zahlreiche Wandel erlebte: Attribute wie Eleganz und Luxus, die lange Jahre die Werbung dominierten, sind heute der Erotik gewichen: die besten Fotografen tragen maßgeblich dazu bei, ein neues Menschenbild in der Öffentlichkeit durchzusetzen (die Werbekampagnen von Calvin Klein – etwa mit Obsession“ – oder Davidoff – mit Cool Water, frei nach dem Motto „Sex sells“, sprechen hierfür Bände).
 

Style, Heft 3 / 2005, S. 148