Pele (mit Orlando Duarte und Alex Bellos)

Mein Leben

 

 

Frankfurt/Main: Scherz 2006

 

285 S. - Hardcover mit Schutzumschlag

 

ISBN 3-502-18000-5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19,90 Euro

 
Mythos – Ideal – Fußballgott
 

Seine ersten Bälle bastelte er sich aus alten Socken, bis heute ist er der jüngste Weltmeister aller Zeiten und die Fifa ernannte ihn zum »Weltfußballer des Jahrhunderts«: Edson Arantes do Nascimento, besser bekannt unter seinem (Künstler-)Namen Pelé (*1940).

 

Sein Weg ist typisch für die großen brasilianischen Fußballstars: Vom Straßenkicker zur Fußballikone. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, lernte er auf der Strasse das Fußballspielen, bevor er als 16-jähriger zum FC Santos entdeckt wurde. Was folgte, war ein kometenhafter Aufstieg in den Fußballhimmel. Mit 17 wurde er erstmals Weltmeister – es sollten noch zwei Titel, 1962 und 1970, folgen –, schoß im Laufe seiner Karriere über 1.200 Tore in rund 1.300 Spielen (davon allein 12 während der Weltmeisterschaften) und dominierte den grünen Rasen über 15 Jahre lang. Mit 31 beendete er zum ersten Mal seine aktive Laufbahn als Nationalspieler (92 Länderspiele), bevor er 1977 bei »Cosmos New York« seine Fußballstiefel endgültig an den Nagel hing. Sein Engagement für den Sport behielt er als außenordentlicher Sportminister seines Landes (1995-1998) und zuletzt als UNESCO-Botschafter bis in die Gegenwart hinein bei. Schließlich trat er als Sympathieträger und gern gesehener Co-Kommentator während der WM in Deutschland in Erscheinung.

»Ich würde mein Leben genau so noch einmal leben wollen«, lautet das Fazit, dass der Fußballrentner zieht. Die sehr persönlich gehaltene und enthusiastisch geschriebene Autobiographie läßt den Leser an Pelés Erfolgen, aber auch Niederlagen, an seinen sportlichen wie familiären Hochs und Tiefs, teilnehmen und schließlich verstehen, warum Pelé alles noch einmal erleben möchte. Der König lebt (»O Rei«)!

Was allerdings fehlt: Leider erwähnt Pelé die unmenschliche Militärjunta, die Brasilien in den 1960er Jahren dominierte, in keiner Zeile. Ebenso verschweigt er, dass er sich zum willfährigen Instrument der Propaganda für dieses System hat machen lassen.

 

Menstyle, Heft 2 / 2006, S. 99