Jim Petersen

Playboy 1954-2004

 

München: Collection Rolf Heyne 2. Aufl. 2004

240 S., geb.

ISBN 3-89910-209-6

 

50,00 Euro

 
...und die Häschen gratulieren dazu...
 

Marylin Monroe tat es als erste, Jayne Mansfield folgte, Anna Nicole Smith war noch schlank, Cindy Crawford beim ersten Mal noch jung, Madonna noch unverheiratet, und Pamela Andreson hatte noch weniger Silikon in ihrem Körper – sie alle und noch viel mehr zogen sich aus, um in Hufh Hefners Hochglanz-Magazin „Playboy“ abgelichtet zu werden: Nacktheit mit Geschmack und Eleganz.

Nach einem Fotoshooting für den „Playboy“ wurde Sybille Rauch im Juni 1979 im Alter von 19 Jahren zum „Playmate des Monats“ gekürt - und startete ihre Karriere – viele waren ihr voran gegangen und weitere folgten ihr auf diesem Weg: das Aktfoto als erste Sprosse der Karriereleiter.
50 Jahre alt ist er im letzten Jahr geworden: Zwischenzeitlich wird der „Playboy“ – abgesehen von den USA (mit 3 Millionen-Auflage) – in 19 weiteren Ländern (4,5 Millonen-Auflage) erfolgreich vertrieben. Wenn das nicht Grund genug ist, diesem Ereignis einen opulent gestalteten Bildband mit über 260 repräsentativen, größtenteils ganzseitigen Fotos in bestechender Qualität zu widmen, der bereits in erster Auflage vergriffen ist. Die von Jim Petersen verfassten Einleitungen zu den sechs Kapiteln zeigen Geschichte und Wandel des Erotik-magazins. Die frühen Playmates verkörperten die Männerfantasien der 1950-er und 1960-er Jahre: üppig, sinnlich, blond. Die 1970er Jahre zeigen die Frauen körperbetont, die 1980-er eher verspielt und die 1990-er bevorzugen athletische Frauen mit natürlicher Sexualität. Und von jeher strahlen die Modelle – bekannte und weniger bekannte – selbstbewusst in die Kamera. An der Bildauswahl lassen sich die Veränderungen in Mode und Schönheitsideal von den 1950er Jahren bis heute deutlich ablesen.
Wenn der „Playboy“ „ohne das Centerfold“, so Hefner in einem Interview, „nur ein Magazin unter vielen“ gewesen wäre, so ist er dennoch mehr als nur eine auf ästhetische Softcore-Hochglanzerotik reduzierbare Monatspublikation: Legendär sind die Fragebogen-Interviews und Porträts, u. a. Woody Allan, Mohammed Ali, Clint Eastwood, Tom Waits oder Orson Wells. Zum Profil des Magazins gehören auch Kunst und Lifestyle (Mode einschließend), denen sich in gesonderten Kapiteln gewidmet wird, und vor allem der Humor (etwa die „Briefe an den Herausgeber“). Das abschließende Kapitel widmet sich dem Gesicht des Magazins: dem Cover.
Der Bildband wird sowohl den Fans als auch Männern und Frauen gefallen, die nicht unbedingt zu den Lesern des Magazins gehören. Mit seinen humorvollen Texten und sehr ästhetischen Abbildungen, bietet er einen wenn auch nur kleinen, aber beeindruckenden Blick hinter die Kulissen seiner 50-jährigen Erfolgsgeschichte!

 

Menstyle, Heft 1 / 2005, S. 74