Michael Petzel (Hg.)

Romy Schneider

Das große Album

Fotografien von 1952 bis 1959

 

Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag 2004

 

288 S. - geb.

 

ISBN 3-89602-625-9

 

 

 

 

99,00 Euro

 
Vom Backfisch zur international anerkannten Schauspielerin
 
Gewichtiger Bildband
„Was mein Privatleben betrifft, so bin ich stumm.“ In „Sissi“ erhob sie die Herzen der Menschen und erfüllte die Enge der Adenauer-Zeit mit Glanz, im deutschen und österreichischen Nachkriegsfilm war sie der Stern, der am hellsten leuchtete und die Leinwand mit märchenhafter Gefühlsseligkeit überzog: Rosemarie Magdalena Albach-Retty (1938-1982), bekannt unter ihrem Künsternamen Romy Schneider, die Ikone, die „deutsche Marylin“, ein ausgeleuchtetes Leben. Sie galt als Leid geprüfte, stimmungsabhängige, kluge und erotische Frau.
Der von Michael Petzel herausgegebene, großformatige Prachtband zeigt über 300 bekannte und unbekannte Bilder der Schauspielerin in – auch drucktechnisch – herausragender Qualität aus den Jahren 1953 bis 1959, also den „Schicksalsjahren einer Schauspielerin“, die zeitlebens erfolglos gegen ihr „Sissi“-Image ankämpfte („Sie pappt an mir wie Griesbrei.“) und als anspruchsvolle Schau-spielerin auftreten wollte. Die Aufnahmen wurden in verschollenen Sammlungen entdeckt und stammen von Film-pro-duktionsfirmen, engen Freunden Romy Schneiders und aus der bekannten „Billy-Kocian-Kollektion“. Es sind mehrheitlich für die Kamera inszenierte Bilder, die immer wiederkehrende Posen zeigen: mal mit naiven Charme, mal mit dem Versuch, sich als Vamp zu zeigen – ein öffentliches Leben bis hin zur heute noch beliebten „Homestory“. Selten trifft die Kamera sie unvorbereitet, spontan oder ungestellt. War die Kamera in der Nähe, war das Leben auch zu Hause eine Inszenierung: Ein „Privatleben für die Öffentlichkeit“.
Der Querschnitt durch die frühen Jahre der Schauspielerin offenbart, wie sehr das Leben dieses Stars fremd bestimmt wurde: Gerade die von Zeitschriften in Auftrag gegebenen „Homestories“ zeigen, wie wenig sich Privatleben und Rollen bei Romy Schneider auseinanderhalten lassen: Geborgen in einer heilen Welt, so sollte sie erscheinen. Die den jeweiligen Kapiteln vorangestellten Einleitungen verstärken diesen Eindruck noch! Ein Muss für ihre Fans.
 

Style, Heft 2 / 2005, S. 106 f.