Marianne Wellershoff (Hg.)

Mit 17 hat man noch Träume

Prominente erinnern sichDie 50er und 60er Jahre

 

München: dtv-premium

Hamburg: Spiegel-Buchverlag 2006

 

160 S. - Paperbeck

 

ISBN 3-423-20802-3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6,90 Euro

 
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»Mit 17 hat man noch Träume. Da wachsen noch alle Bäume...-« sang 1965 die Schlagersängerin Peggy March und lieferte mit diesem Song die Überschrift für eine seit 1998 im »Spiegel« abgedruckte Reihe von Interviews mit Prominenten.

 

Die Herausgeberin hat 74 dieser Gespräche, die immer wieder mit der Frage »Mit 17 hat man noch Träume« zu einem kleinen und kurzweiligem Lesebuch zusammengestellt. Promis von »A« bis »Z« – wie der Schauspieler Mario Adorf, die ehemalige »Pornoqueen« Dolly Buster, der Sänger Campino von den »Toten Hosen«, der Boxer Wladimir Klitschko bis hin zu dem Wiener Jazzpianisten Joe Zawinul – standen verschiedenen Journalisten Rede und Antwort über ihre Träume, ihre Jugend und ihr Leben. Da erfährt der geneigte Leser, dass Entertainer Götz Altmann nicht nur »ein guter Junge« war , sondern ihn Kleidung und Aussehen schon mit 17 zum Einzelgänger werden liessen, oder dass die Sängerin Debbie Harris (»Blondie«) unbedingt Malerin werden wollte, um wie Andy Warhol in Coffeeshops zu sitzen, zu rauchen und schwarze Klamotten zu tragen.

Interessant ist auch, wie wenige der Befragten den später ergriffenen Beruf schon in jungen Jahren erträumten – Ausnahmen sind hier etwa Anthony Hopkins, der bereits mit 17 träumte das zu sein, was er heute ist, nämlich ein großer Schauspieler, oder der jüngere der Klitschko-Brüder, der in diesen Alter bereits boxte und Großes im Sport leisten wollte. Die einzelnen Interviews sind mit den beliebten Bilder »damals« und »heute« illustriert und werden durch eine biografische Notiz abgerundet. Wieder einmal wird bewiesen, dass sich solche Verlagsunternehmungen (vgl. Bastian Sicks »Zwiebelfisch«-Geschichte) auch für den Leser lohnen.

 

Menstyle, Heft 1 / 2006, S. 98