Tad Williams:

Otherland

Band 1: Stadt der goldenen Schatten

Band 2: Fluß aus blauem Feuer

Band 3: Berg aus schwarzem Glas

Band 4: Meer des silbernen Lichts

Stuttgart: Klett-Cotta 2004

 

 

3.580 S. - brosch.

 

ISBN 3-82960-160-3

 

 

59,90 Euro

 
Online-Spektakel ohnegleichen: Innerspace and Outerland
 

„Im Schlamm fing es an, wie so vieles“, so beginnt die Saga über eine Welt, die ins „Cyberspace“ verlegt wurde, einem Raum, in dem alles möglich ist. Das Internet hat sich zum alles beherrschenden globalen Netzwerk entwickelt. Ein großer Teil der Menschheit, verbringt Stunden um Stunden in den Tiefen der Computersimulationen und virtuellen Welten. Der Fantasie sind keine äußeren Grenzen gesetzt, Mittelalter, Gegenwart und Science-Fiction-Welten erstehen parallel. „Otherland“ ist ein vieldimensionales virtuelles Universum, das sich in kein bekanntes Schema pressen lässt, geplant und errichtet von einer mächtigen Organisation rücksichtsloser und reicher Männer des 21. Jahrhunderts, die sich selbst die „Gralsbruderschaft“ nennen. Diese Gruppe ist dabei, den nächsten evolutionären Schritt zu wagen, um die virtuelle Realität in das reale Leben zu überführen. Unvermittelt werden Kinder Opfer ihrer Netzwerkfluchten. Ein Grüppchen Abenteurer findet sich zusammen, das der Ursache – und damit dem Geheimnis Otherlands – auf die Spur kommen will. Der querschnittgelähmte Herr Sellars wird zum unsichtbaren Beschützer der Gruppe. Aber plötzlich sind die Abenteurer selbst Gefangene, dazu verurteilt, im Netzwerk von Otherland umherzuirren, ständig bedroht von tödlichen Gefahren und unfähig, die virtuelle Welt zu verlassen. Und dann ist da noch John Dread, ein Psychopath und einst williges und skrupelloses Werkzeug der Gralsbrüder, der sich nun selbst zum Gott über Otherland erhebt, systematisch die Welten zerstört und brutal mordet.
Gelungene Unterhaltung, für die man angesichts des Umfangs Zeit mitbringen sollte. Ein Buch, das den Leser in seiner Aufmerksamkeit bindet, weil der Autor gekonnt mit Versatzstücken aus übersteigerter Realität, Mythen, Geschichte und Computertechnologie arbeitet. Williams changiert zwischen Fantasy, Science-Fiction, Werbewelt, Abenteuerroman, Märchen und Krimi, agiert mit vielzähligen Charakteren und häufig wechselnden Schauplätzen und spielt mit Ahnungen und Hoffnungen seiner Leser. Er versteht es virtuos, alle sieben Erzählstränge zusammenzuführen, Rätsel nach und nach zu lösen, um gleichzeitig neue aufzubauen, so dass der Leser immer wieder Aspekte der Spannung findet: Insgesamt ein Werk, das das Zeug zu einem Kultbuch hat.

 

Menstyle, Heft 1 / 2005, S. 72